medbo: PIArt-Ausstellung "Wesen & Unwesen" | Offene Vernissage am 20.02. in Regensburg
Wesen & Unwesen
Hein Schmids meisterhafte Krabbelwesen in der PIArt-Galerie am Regensburger Bezirksklinikum (BKR).
Keine Frage: Hein Schmid liebt Insekten. Der Regensburger Künstler bildet die filigranen Tiere seit vielen Jahren mit Leidenschaft fotorealistisch ab. Mit einer offenen Vernissage am 20. Februar startet seine Ausstellung in den Räumen der Psychiatrischen Institutsambulanz am BKR. Zu sehen sind die Werke bis 4. April 2025. Egal ob Asseln, Spinnen, Käfer, Schnecken oder Schmetterlinge: Hein Schmids Stil erinnert an berühmte Vorbilder aus dem 18. und 19. Jahrhundert wie Maria Sybilla Merian oder andere Naturforschende, die zur Dokumentation ihrer Erkenntnisse und Entdeckungen selbst zu Bleistift, Pinsel und Feder griffen.
K(l)eine Monster
Beim Stichwort „Insekt“ mag es vielen Menschen gruseln. Dann wird aus einem Wesen schnell ein „Unwesen“. Es bedeutet ja oft auch nichts Gutes, wenn etwas oder jemand „sein Unwesen treibt“. Doch nicht so bei Hein Schmid! Der Künstler gibt mit Vergnügen gerade auch den Unbeliebten, den Außenseitern, den Schwachen eine Bühne, ja sozusagen eine Persönlichkeit. Mit absoluter Präzision und Liebe zum Detail. Der Betrachter kann Schmids Insekten fast wie unter einer Lupe entdecken – und mit den Details auch die Schönheit der Motive an sich.
Für Hein Schmid ist der Begriff „Unwesen“ seit einiger Zeit auch als „Un-Wesen“ im Sinne eines Gegenpols zu „Lebe-Wesen“ zu lesen. “Raus aus der Komfortzone – mal etwas Anderes ausprobieren“ war sein Grundgedanke. Und so haben sich unter die neuesten Arbeiten auch Zeichnungen von Kirchen, Portalen, Ruinen oder anderen unbelebten Gegenständen wie etwa einer Glühbirne gemischt.
Grafik auf höchstem Niveau
Wesen & Unwesen: Hein Schmid stellt diese beiden Thematiken gegenüber und verbindet doch beides durch seinen eigenen, sehr präzisen Stil. Kennzeichnend ist der illustrative Charakter seiner Werke, der häufig noch dadurch unterstrichen wird, dass auf einem Blatt mehrere Ansichten eines Gegenstandes oder eines Wesens zu sehen sind. Es handelt sich meist um kleinformatige, dynamische Zeichnungen, die überwiegend mit Bleistift, manchmal noch mit etwas Pastellkreide oder Buntstiften gearbeitet sind. Die Bilder entstehen nach seinen eigenen Fotos, die Hein Schmid quasi nebenbei mit einem einfachen Handy macht: „Der Zeichner, der hod ollawei an Druckminenbleistift dabei“, reimt der gebürtige Niederbayer Schmid, der schon mal auf einer Wiese umherschleicht, um einen Grashüpfer zu finden.
Insektograf, Künstler, Wahl-Oberpfälzer
Hein Schmid, der sich auch als „der Insektograf“ (derinsektograf.de) bezeichnet, hatte bereits mehrere größere Einzelausstellungen mit seinen Krabbeltier-Werken. Zuletzt waren seine Arbeiten in München im Botanischen Garten, in Regensburg im Naturkundemuseum Ostbayern und im Deutschen Bienenmuseum in Weimar zu sehen. Außerdem war er auf Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in seiner Geburtsstadt Neustadt (Donau), in seiner jetzigen Heimatstadt Regensburg, sowie in München, Hamburg, Berlin, Kallmünz, Aichach, Erding und zuletzt bei den Literaturtagen Oberpfälzer Jura vertreten.
Weiterhin kann Schmid auf zahlreiche Veröffentlichungen in diversen Zeitschriften, Fachbüchern und -magazinen zurückblicken. Zuletzt hat der Bezirk Oberpfalz ein Werk Hein Schmids seiner Kunstsammlung hinzugefügt. In seinem Brotberuf ist der Insektograf übrigens seit vielen Jahren Krankenpfleger am medbo Bezirksklinikum Regensburg und hat damit als Künstler quasi ein Heimspiel in der PIArt-Galerie.
PIArt: Kunst mit besonderer Perspektive
Die Galerie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) des medbo Bezirksklinikums Regensburg, des Bezirks Oberpfalz und des Regensburger Vereins irren ist menschlich e.V. Präsentiert werden Werke von Künstler:innen mit Bezug zu Krisen und seelischen Extremerfahrungen. PIArt stellt einen Teil der Ausstellungsstücke jeweils auch online unter medbo.de/piart vor.
Öffentliche Vernissage Hein Schmid: Wesen & Unwesen
Datum: 20. Februar 2025, 18:00 Uhr
Ort: Galerie PIArt, medbo Bezirksklinikum Regensburg, PIA HAUS 12, Universitätsstraße 84
Mehr Information zur Ausstellung unter medbo.de/piart
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht nötig. Die anschließende Ausstellung läuft bis einschließlich 4. April 2025 und kann während der Öffnungszeiten von 08:30 bis 17:00 Uhr in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) besichtigt werden.
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· Bild 1: Heidelibelle im Detail (Hein Schmid)
· Bild 2: Hein Schmid (Foto: Birgit Rupp)
· Text: medbo KU / Renate Neuhierl
medbo – Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz
Die medbo bietet Leistungen in den medizinischen Fachgebieten Psychiatrie & Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie & Psychotherapie, Neurologie, Neurologische Rehabilitation, Neuroradiologie sowie Maßregelvollzug an. Das Unternehmen betreibt dazu Kliniken, Ambulanzen, Medizinische Versorgungszentren und Pflegeheime zur Versorgung der etwa einen Million Einwohner der Oberpfalz. Seine Einrichtungen befinden sich in Amberg, Cham, Parsberg, Regensburg, Roding, Weiden, Wöllershof und Wörth a. d. Donau.
Als Krankenhausträger verbindet das Unternehmen in besonderer Weise die Aufgaben einer differenzierten regionalen und überregionalen Versorgung auf höchstem medizinischen und pflegerischen Niveau mit den Möglichkeiten von Forschung und Lehre.
Drei Kooperationskliniken der Universität Regensburg zählen ebenso zur medbo wie das Institut für Bildung und Personalentwicklung IBP, das größte Bildungsinstitut im Gesundheitsbereich in Ostbayern, und die medbo Pflegeschulen Regensburg.



