MüPE e.V.: NL KW 4 | Puppenspiel zu "Euthanasie" & Vortrag "Was Sie schon immer über die Psychiatrie wissen wollten" (Veranstaltungen), pol. Teilhabe: Interviewpartner:innen gefragt
Liebe Mitglieder,
wir beginnen mit den Meldungen der Externen:
Hier haben wir vor allem die kbo am Start mit zwei Veranstaltungshinweisen:
Am 28.5. (DO) findet im Kleinen Theater Haar eine äußerst interessante Veranstaltung statt:
Gerne machen wir Sie auf die Aufführung „F. Zawrel- erbbiologisch und sozial minderwertig“ von Nikolaus Habjan aufmerksam, die am 28. Mai 2026 im Kleinen Theater Haar stattfindet. Die Aufführung wurde gemeinsam vom kbo-Isar-Amper-Klinikum Region München, dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie München und dem Kleinen Theater Haar initiiert.
Informationen zum Programm und zum Erwerb der Eintrittskarte finden Sie unter https://tickets.muenchenticket.net/shop/240/link/event/44264528.05.2026 19:00 (Einlass 18:30)
Kleines Theater Haar, Casinostraße 6, 85540 Haar
„F. Zawrel- erbbiologisch und sozial minderwertig“
Der Vater ist Alkoholiker, die Mutter nicht fähig, die Familie zu ernähren. So wächst Friedrich Zawrel auf. Kinderjahre in Kaisermühlen, Delogierung, Heim, schließlich Spiegelgrund, jene „Kinderfachabteilung“ des Deutschen Reiches, in der Euthanasiemorde an kranken und behinderten Kindern stattgefunden haben. Vom Anstaltsarzt Dr. Gross wird Zawrel – als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ eingestuft – gequält, doch er kann aus der Anstalt fliehen. Erst im Jahr 2000 kommt es nach vielen Bemühungen Zawrels zum Gerichtsverfahren, das wegen der angeblichen Demenz von Gross eingestellt wird. Er kann sich an nichts mehr erinnern. Auf ebenso packende wie berührende Weise arbeiten Nikolaus Habjan und Simon Meusburger in ihrem grandiosen Figurentheaterstück ein Stück österreichischer Geschichte auf. Die Inszenierung erhielt den Nestroypreis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion.
Nikolaus Habjan, 1987 in Graz geboren, studierte Musiktheaterregie an der Universität für Musik Darstellende Kunst in Wien. Bereits im Alter von 15 Jahren beschäftigte er sich mit dem Puppentheater und perfektionierte bei Neville Tranter den Einsatz von Klappmaulpuppen, die er in seinen Inszenierungen verwendet. Erste Puppentheater-Produktionen entstanden im Schubert Theater in Wien, u. a. »Der Herr Karl« und »F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig«, das 2012 mit dem Nestroy Preis ausgezeichnet wurde.
Mit seinen Inszenierungen mit Puppen und Schauspielern ist Nikolaus Habjan zu Gast am Wiener Burgtheater (u. a. Jelinek: »Schatten – Eurydike sagt«; Schwab: »Volksvernichtung«), am Wiener Volkstheater (Lessing: »Nathan der Weise«, »Wien ohne Wiener – Eine Georg Kreisler Revue«), am Schauspielhaus Graz (Camus: »Das Missverständnis«; Hochgatterer: »Böhm, Neville Tranter: The Hills are Alive), im Next Liberty Graz (Goethe: »Faust, der Tragödie erster Teil«), am Münchner Residenztheater (Marivaux: »Der Streit«), an der Bayerischen Staatsoper (Weber: »Oberon«), im Schauspielhaus Zürich (»Ausschließlich Inländer – Eine Georg Kreisler Revue«) und im Landestheater NÖ in St. Pölten (Jelinek: »Am Königsweg«, Canetti: „Die Blendung“). 2019 inszenierte er für das Theater an der Wien in der Kammeroper »Faust« von Gounod und 2020 im Theater an der Wien »Salome« von Richard Strauss.. 2020 fand die Uraufführung »Alles nicht wahr! – ein Georg Kreisler Abend« mit Nikolaus Habjan und Franui im Haus für Mozart in Salzburg statt.Für das Musiktheater an der Wien inszenierte er 2023 Oliver Knussens »Wo die wilden Kerle wohnen« und Offenbachs »La Périchole«, wofür er als Sieger in der Kategorie Beste Gesamtproduktion Operette beim Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet wurde. Ebenfalls 2023 entwickelt er »Die schöne Müllerin – einen Musiktheaterabend nach Franz Schubert« mit der Musicbanda Franui an der Staatsoper Berlin. An der Oper Dortmund war Nikolaus Habjan über mehrere Spielzeiten Hausregisseur und inszenierte dort u. a. Mozarts »Die Zauberflöte«, »Die Entführung aus dem Serail«, Offenbachs »Orpheus in der Unterwelt« sowie Puccinis »Tosca«. 2024 erarbeitete er mit Franz Welser-Möst in Cleveland erneut »Die Zauberflöte«. Monteverdis »L¼Orfeo« war in Habjans Regie 2023 an der Dresdner Semperoper und 2025 bei der Salzburger Mozartwoche zu erleben. Zuletzt führte er Regie bei »Schicklgruber« von Neville Tranter und Jan Veldman am Deutschen Theater Berlin sowie bei »Wiener Blut« von Johann Strauss im Schlosstheater Schönbrunn. Parallel dazu begann Nikolaus Habjan, sich als Kunstpfeifer zu etablieren, einer im 19.Jahrhundert in Österreich äußerst beliebten musikalischen Gattung. Er tritt mit verschiedenen Musikern – darunter mit der Musikbanda Franui (Die sieben Leben des Maximilian, Ach bin ich nirgend, ach! zu Haus, Alles nicht wahr, Die schöne Müllerin) den Philharmonia Schrammeln (Ich pfeif`auf den Tod) und der Pianistin und Organistin Ines Schuottengruber (Ich pfeife auf die Oper, Air, Luftkuns , Zauber des Pfeifens) im In- und Ausland als Puppen- und Schauspieler, Kunstpfeifer und Saänger auf.
Seit 2019 unterrichtet er an der Kunstuniversität Graz am Institut für Schauspiel das Fach Puppenspiel.Am 3.2. (DI) findet um 18 Uhr in Taufkirchen (Vils) im Mehrgenerationenhaus ein Vortrag statt mit dem Titel: "Was Sie schon immer über die Psychiatrie wissen wollten":
Nach einer kurzen Pause startet das Forum Psychiatrie im kbo-Klinikum Taufkirchen (Vils) wieder durch. Am 3. Februar 2026 informieren Chefarzt Dr. Schneeweiß und Pflegedienstleiter Günther Badura über „Was Sie schon immer über die Psychiatrie wissen wollten, sich aber nie getraut haben zu fragen“ Hilfe bei psychisch Krisen“.
Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet, statistisch erlebt jeder vierte Mensch mindestens einmal im Leben solche eine Krise. Aber was passiert in einer Psychiatrie. Wie arbeiten die verschiedenen Berufsgruppen zusammen, damit der Patient die bestmögliche Behandlung erhält. Welche Therapien gibt und welche werden bei welchem Krankheitsbild eingesetzt? Wie werden Angehörige in die Behandlung eingebunden. Diese und viele weitere Themen stellen die beiden Referenten vor.
Der Vortrag richtet sich bewusst an jeden und jede Interessierte, im Anschluss ist genügend Zeit für Fragen und Gespräche eingeplant.
Selbstverständlich ist der Vortrag kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Beginn des Vortrags ist 3. Februar 2026 um 18.00 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Voranmeldung ist nicht nötig und findet im Mehrgenerationenhaus Taufkirchen (Vils), Pfarrweg 1 in 84416 Taufkirchen (Vils) statt.
Dann hat uns noch eine Anfrage erreicht, zu einem interessanten Thema (pol. Teilhabe) werden für eine Bachelor-Arbeit (Soziale Arbeit) Interviepartner:innen gesucht:
Sehr geehrte Mitglieder der MÜPE,
Ich schreibe derzeit meinen Bachelorarbeit in der Sozialen Arbeit.
In dieser Arbeit geht es um das Thema "Politische Teilhabe in der Psychiatrie – eine vergessene Aufgabe der Sozialen Arbeit? Wie kann die Soziale Arbeit die politische Teilhabe von Psychiatrieerfahrenen fördern? Eine Untersuchung basierend auf dem Capabilities Approach mit Psychiatrie-Erfahrenen Menschen die politisch aktiv sind"
Derzeit bin ich auf der Suche nach 5-8 Interviewpartner*innen die bereit wären mit mir über ihre Politische Teilhabe und den Weg dorthin zu sprechen.
In den Fragen geht es um die eigene Motivation, die Möglichkeiten in der Gesellschaft und insbesondere, wie Sozialarbeiter*innen darin unterstützen können oder unterstützt haben.
Für weitere Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung
Telefonnummer: 017686967725
Mit freundlichen Grüßen
Magdalena Gilch
Interne Meldungen haben wir im Moment keine. Außer, dass uns natürlich der Wasserschaden zu schaffen macht. Wir müssen die Geschäftsräume frei räumen, damit ein neuer Boden reinkommt und die Wände wahrsch. gestrichen werden können. Dieser "Umzug" frisst im Moment alle Energie, deswegen findet eine regelmäßige tel. Beratung auch erst wieder ab dem 2.2. statt (da ist Termin die Büroräume frei gemacht zu haben).
Bleibt der Pressespiegel:
Letzten Sonntag fand mit MüPE-Beteiligung eine Gedenkveranstaltung zu den Morden in/über Haar im Zuge der sog. NS-"Euthanasie" statt. Medien berichten:Hier die SZ, hier der Münchner Merkur und hier ein Post bei linkedin.de.
Auf youtube kann man einen empfohlenen Vortrag vom Psychiater Volkmar Aderhold sehen (hier); Titel: "Mit Betreutem Wohnen in die Chronifizierung?".
Wer sich für die Arbeit des Reformpsychiaters Martin Zinkler interessiert, dem sei eine Radiosendung des Senders freie-radios.net hier empfohlen.
Ein Register für Menschen in emotionalen Krisen (sic!) nimmt immer mehr Gestalt an, inzwischen gibt es im Bundesrat einen Entschließungsantrag zu einem solchen Register (bereits am 19.12.; was daraus geworden ist, kann gerade nicht recherchiert werden). Medien berichten darüber hier in Hessen (Hessenschau; Hessen hat etwas in der Art bereits beschlossen!) und hier zu diesem Anlass ein Film (ARD).
Dann unsere EXitoption, etwas das "ganz und gar nichts" mit der Psychiatrie zu tun hat (um mal wieder etwas anderes zu spüren):
Auch andere Behinderungsarten haben mit übergriffiger Polizeigewalt zu kämpfen, z. B. wird hier über einen solchen Vorfall bei schwerhörigen Menschen berichtet.
Wünschen allen einen guten Wochenabschluss!
die GS der MüPE (unter Wasser)
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Münchner Psychiatrie-Erfahrene (MüPE) e. V.
Thalkirchner Str. 10
80337 München
Tel.: 089/260 230 25
Fax : 089/260 230 84
E-mail:
Webseite: http://www.muepe.org
Offene Tür: jeden Dienstag 16 - 18 Uhr



